Zertifizierte Behandlung von Endometriose im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

Endometriose ist eine gutartige, aber chronische und schmerzhafte Erkrankung des Unterbauches, die ausschließlich Frauen betrifft. Durch die Krankheit verästelt sich Gewebe ähnlich dem der Gebärmutterschleimhaut im Unterbauch und dockt an Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder dem Bauchfell an. In seltenen Fällen sind weitere Organe wie etwa die Lunge betroffen. Es kommt zu Entzündungen und Zystenbildung – Narben und Verwachsungen bilden sich, die für die Frau mitunter sehr schmerzhaft sind. In Deutschland sind zwischen zwei und sechs Millionen Frauen betroffen, die meist im geschlechtsreifen Alter – zwischen der ersten Regelblutung und den Wechseljahren – sind, da das Wachstum der Endometrioseherde durch die Hormone der Monatsblutung gefördert wird. 82 Kliniken und Praxen gibt es deutschlandweit, die eine zertifizierte Endometriose-Behandlung anbieten können. Seit dem Frühjahr 2018 zählt dazu

auch das Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke.

 Beschwerden und Diagnose
 „Endometriose ist eine komplexe Krankheit, die sich nicht bei allen Frauen gleich stark äußert“, berichtet Roman Bolotin, leitender Oberarzt der Frauenklinik am Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke. Manche Frauen mit starken Verwachsungen verspüren kaum Schmerzen, während andere Frauen mit wenigen Verwachsungen schwer unter den Symptomen leiden. Endometriose äußert sich z.B. durch starke unregelmäßige Monatsblutungen, Schmerzen nach und während des Geschlechtsverkehrs, bei gynäkologischen Untersuchungen und während des Eisprungs. Auch kann sie Blasen- und Darmkrämpfe und Unfruchtbarkeit hervorrufen. Jährlich kommen etwa 30.000 Neuerkrankungen hinzu. „Die heterogenen Auswirkungen der Krankheit“, so Roman Bolotin

weiter, „führen oft dazu, dass diese erst spät oder gar nicht diagnostiziert wird“.

 Zertifizierte Behandlungen
Professionelle Beratung ist sehr wichtig.
Professionelle Beratung ist sehr wichtig.

Um eine genaue Diagnose und eine adäquate Behandlung zu gewährleisten, zertifiziert seit 2005 die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. gemeinsam mit der Europäischen Endometriose-Liga (EEL) und der Stiftung Endometrioseforschung (SEF) Praxen und Kliniken als Endometriose-Zentren, die dazu beitragen, die Diagnose, Behandlung und Erforschung von Endometriose zu fördern. Wer ein Zertifikat erwerben möchte, wird von Vertretern der EEL und der SEF genauestens geprüft. Deren Augenmerk liegt einerseits auf der fachlichen Qualität der Einrichtungen, andererseits werden diese aus Patientinnen-Sicht begutachtet. Besonderer Wert wird z.B. auf ein klares Aufnahmeverfahren gelegt. Es ist wichtig, dass sich die Patientinnen gut aufgehoben fühlen, da sie aufgrund der Schmerzen oft einer enormen psycho-sozialen Belastung ausgesetzt sind. Darüber hinaus wird der Aufbau von Aufnahme- und Aufklärungsgespräch genau unter die Lupe genommen. Auch wird geprüft, ob die Betroffenen durch Angebote von den Kliniken und Praxen auf die Zeit nach der Behandlung vorbereitet werden. In zertifizierten Endometriose-Zentren bilden sich die Ärzte regelmäßig im Bereich Endometriose fort, sodass die Zentren stets auf dem neuesten Stand von Forschung und Behandlungsmethoden sind.

Neues Endometriose-Zentrum in Herdecke

 Nun gehört auch das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke zu den zertifizierten Praxen und Kliniken in Deutschland und bietet medikamentöse sowie operative Behandlungen von Endometriose an. „Bei uns im GKH findet jedoch nicht nur die physische Behandlung der Krankheit statt“, erklärt der leitende Oberarzt Roman Bolotin. „Besondere Beachtung findet auch die psychische Belastung der Patientinnen: Faktoren wie chronische Schmerzen, die schwere Diagnose oder die Angst vor Unfruchtbarkeit tragen dazu bei, dass viele Betroffene unter einer erheblichen psychosozialen Belastung leiden.“ Deswegen arbeitet das Gemeinschaftskrankenhaus bei der Behandlung von Endometriose eng mit der Abteilung für Psychosomatik zusammen. In Spezialsprechstunden werden die Patientinnen, auf Wunsch auch eine Vertrauensperson, in die Planung der Behandlungsschritte einbezogen und psychotherapeutisch betreut. Dadurch ist die bestmögliche Heilungschance auf allen Ebenen möglich. „Für die bestmöglichen Heilungschancen“, führt Bolotin aus, „setzt das GKH auf sein bewährtes anthroposophisches Angebot und kooperiert zusätzlich mit weiteren Endometriose-Zentren, der Klinik für Urologie des EVK Witten, dem Kinderwunschzentrum Dortmund und einer Reha-Einrichtung.“

Wer sich näher zu Endometriose oder dem Angebot des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke informieren möchte, kann dies tun unter:
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